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Kapitel 4 von 8 · Nationalsozialismus

Judenverfolgung & Holocaust

Judenverfolgung & Holocaust
NS-Boykott gegen jüdische Geschäfte (1933), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, Bild 102-14468 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

Die systematische Entrechtung und Vernichtung der Juden im „Dritten Reich“ gehört zu den größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. In den Nürnberger Rassengesetzen wurde den Juden die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen. Weitere Etappen der Judenverfolgung waren die Reichspogromnacht und der im Zweiten Weltkrieg praktizierte Holocaust.

Vorgeschichte

Der Antisemitismus war ein zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie. Juden galten bei den Nazis als „Sündenböcke“ und wurden im Rahmen des Sozialdarwinismus als „Untermenschen“ definiert. Bereits am 1. April 1933 ereignete sich eine umfassende Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte, Arztpraxen und Anwaltskanzleien. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums schloss jüdische Beamte vom öffentlichen Staatsdienst aus. Juden wurden zunehmend aus ihren Berufen herausgedrängt und zur Emigration bewegt.1

Judenverfolgung Drittes Reich
Seit Hitlers "Machtergreifung" (1933) wurden jüdische Geschäfte boykottiert und zunehmend attackiert
Nürnberger Rassengesetze
Die "Nürnberger Rassengesetze" (1935) legitimierten die Entrechtung und Ausgrenzung der Juden im Deutschen Reich
Reichspogromnacht
In der "Reichspogromnacht" (9. November 1938) wurden jüdische Geschäfte zerstört und Synagogen in Brand gesetzt
Deportation Juden Zweiter Weltkrieg
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (1939) wurden die europäischen Juden systematisch in Konzentrationslager deportiert und im Rahmen des "Holocaust" ermordet

Nürnberger Rassengesetze

Die im September 1935 verabschiedeten Nürnberger Rassengesetze machten Juden zu Menschen zweiter Klasse. Durch das Reichsbürgergesetz wurde ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen. Das Blutschutzgesetz verbot die Eheschließung und sexuellen Verkehr zwischen Juden und Nicht-Juden. Bürger mit jüdischen Vorfahren wurden in Volljuden sowie Mischlingen ersten und zweiten Grades unterteilt. Seit 1936 war die Rassentrennung auch an den Schulen gängige Praxis. Juden durften nicht mehr studieren, mussten einen jüdischen Vornamen annehmen und in der Öffentlichkeit einen Judenstern tragen.2

Reichspogromnacht

Eine neue gewaltsame Dimension erreichte die Judenverfolgung in der sogenannten Reichspogromnacht. Am Abend des 9. November 1938 wurden jüdische Geschäfte geplündert, Synagogen abgebrannt und tausende Juden verhaftet. Ausgeführt wurden die Pogrome von SS- und SA-Mannschaften. Unmittelbarer Anlass für diese Aktion war die Ermordung des deutschen Botschafters Ernst vom Rath durch den polnischen Juden Herschel Grynszpan. Die Öffentlichkeit nahm die Gewaltausbrüche widerstandslos hin. Juden wurden in den folgenden Wochen aus dem Wirtschaftsleben ausgeschlossen und enteignet. Die Diskriminierung der Juden nahm radikalere Züge an und schloss sie vom öffentlichen Leben aus.3

Holocaust

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs erstreckte sich die Judenverfolgung auch auf die besetzten deutschen Länder. Sie verschärfte sich vor allem nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Auf der im Januar 1942 stattfindenden Wannseekonferenz regelten hochrangige NSDAP- und SS-Funktionäre sowie Staatssekretäre verschiedener Ministerien die „Endlösung der Judenfrage“ . Es folgte die systematische Deportation der Juden in Ghettos, bevor sie in Konzentrations- und Vernichtungslagern technisch-industriell ermordet wurden. Knapp 5-6 Millionen Juden fielen dem Holocaust zum Opfer. Im Januar 1945 wurden die Vernichtungslager – darunter Auschwitz als das berühmteste – von sowjetischen Truppen befreit.4

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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