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Themenkomplex · 1933 – 1945

Nationalsozialismus („Drittes Reich“)

  • 9 Kapitel
  • 19 Begriffe
  • 32 Quellen
  • 9 Lernspiele
Nationalsozialismus („Drittes Reich“)
Parade von Adolf Hitler in Warschau (1939), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, Bild 146-1974-132-33A / Mensing / CC-BY-SA 3.0

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. In den folgenden Monaten baute er mit der NSDAP einen totalitären „Führerstaat“ auf, der alle Bereiche von Staat und Gesellschaft durchdrang. In der NS-Zeit gingen Antisemitismus und Judenverfolgung in die politische Praxis über. Außenpolitisch revidierte Hitler den Versailler Vertrag und entfesselte den Zweiten Weltkrieg.

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler des neuen "Hitler-Kabinetts" berufen
Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler des neuen "Hitler-Kabinetts" berufen
In der NS-Zeit (1933-1945) war das Deutsche Reich ein diktatorischer Führerstaat
In der NS-Zeit (1933-1945) war das Deutsche Reich ein diktatorischer Führerstaat
Hitler-Jugend im Dritten Reich
Die Gesellschaft wurde im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie gleichgeschaltet
Boykott jüdischer Geschäfte, 1933
Die NS-Zeit war vor allem von der Judenverfolgung- und vernichtung geprägt. Juden wurden entrechtet, verfolgt und im Holocaust systematisch ermordet
Hitler-Rede Außenpolitik
Die NS-Außenpolitik strebte nach "Lebensraum im Osten" und löste im Jahr 1939 den Zweiten Weltkrieg aus

Säulen des Nationalsozialismus

Die nationalsozialistische Ideologie lehnte Demokratie und Rechtsstaat ab. Die Nazis ersetzten sie durch das „Führerprinzip“ . In Anlehnung an den Sozialdarwinismus stempelte sie bestimmte Ethnien als „Volksschädlinge“ ab, die durch eine „Rassenhygiene“ vernichtet werden sollten [NS-Sprache]. Die NS-Ideologie strebte eine einheitliche deutsche Volksgemeinschaft an, in der „minderwertige Rassen“ keinen Platz hatten. Juden waren Antisemitismus, Verfolgung und Ausgrenzung ausgesetzt. Außenpolitisch setzten die Nazis auf „Lebensraum im Osten“ , wodurch neue Siedlungsgebiete für die „arische Rasse“ erobert werden sollten.

„Machtergreifung“

Die im Jahr 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise leitete die Endphase der Weimarer Republik ein. Seit 1930 regierten – auf Notverordnungen beruhende – Präsidialkabinette, die nicht mehr vom Reichstag abhängig waren. Die NSDAP erzielte in dieser Zeit beträchtliche Wahlerfolge und entwickelte sich zur stärksten politischen Kraft. Fehlende politische Alternativen veranlassten Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 zur Ernennung Hitlers als Reichskanzler. Eine radikale „Machtergreifung“ hat es nie gegeben. In den folgenden Monaten ließen die Nazis – vor allem nach dem Reichstagsbrand – die Grundrechte außer Kraft setzen und errichteten eine totalitäre Diktatur. Hier geht es zum Artikel über die „Machtergreifung“ .

Gleichschaltung

Nach der Machtübernahme ließ die NSDAP alle Bereiche von Staat und Gesellschaft im Sinne der NS-Ideologie gleichschalten. Die Länderparlamente wurden aufgelöst und die Macht auf Berlin zentralisiert. Per Gesetz wurde die Neubildung von Parteien am verboten. Auch die Polizei entwickelte sich zum Machtinstrument der NSDAP, mit der politische Gegner verfolgt und verhaftet wurden. In der Justiz etablierten sich Sondergerichte, die die Gleichheit vor dem Gesetz außer Kraft setzten. Die NS-Massenorganisationen integrierten die Bürger in die Volksgemeinschaft. Hier geht es zum Artikel über die Gleichschaltung.

Judenverfolgung & Holocaust

Der Antisemitismus ging seit 1933 in die politische Praxis über. Juden wurden zunehmend entrechtet, ausgegrenzt und zur Emigration bewegt. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums schloss sie von öffentlichen Ämtern aus. Die 1935 verabschiedeten Nürnberger Rassengesetze entzogen ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft und verboten die Eheschließung mit Nicht-Juden. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 erreichte die Judenverfolgung eine neue Dimension der Gewalt. Im Zweiten Weltkrieg organisierten die Nazis – im Rahmen des Holocausts – die systematische Vernichtung der europäischen Juden.

Außenpolitik Hitlers

Zu Hitlers außenpolitischen Zielen gehörten die Revision des Versailler Vertrags und Eroberung von „Lebensraum im Osten“ . Dafür setzte er die Bestimmungen der bestehenden Verträge schrittweise außer Kraft. Hitler ließ 1935 die Wehrpflicht einführen und begann mit der geheimen militärischen Aufrüstung. Nach dem Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland 1936 folgte zwei Jahre später der „Anschluss Österreichs“ . Mit dem Münchner Abkommen gewährten Frankreich und Großbritannien im September 1938 die Eingliederung des Sudetenlandes. Hitler setzte zunehmend auf Expansion. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg.

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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