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Themenkomplex · 1949 – 1990

Teilung BRD und DDR

  • 9 Kapitel
  • 19 Begriffe
  • 34 Quellen
  • 6 Lernspiele
Teilung BRD und DDR
Wasserwerfer in Berlin (1961), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, Bild 173-1282 / Helmut J. Wolf / CC-BY-SA 3.0

Das Jahr 1949 beendete schließlich die einstige Zusammenarbeit zwischen USA und Sowjetunion, die sich im Kampf gegen den Nationalsozialismus noch zu einer Koalition verbündet hatten. Die nicht zu vereinbaren politischen Interessen führten letztlich dazu, dass die Westmächte in der Trizone die BRD gründeten und die Sowjetunion mit der DDR einen zweiten deutschen Staat schuf.

Karte des geteilten Deutschlands in BRD und DDR (1949 bis 1990)
Karte des geteilten Deutschlands in BRD und DDR (1949 bis 1990)
Zwischen 1949 und 1990 war Deutschland (und Berlin) in Ost und West aufgeteilt
Zwischen 1949 und 1990 war Deutschland (und Berlin) in Ost und West aufgeteilt
Konrad Adenauer, Westintegration
Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der BRD, setzte sich in den 1950er Jahren für die Westintegration ein
40 Jahre DDR
Die BRD und DDR unterschieden sich hinsichtlich ihrer politischen und wirtschaftlichen Systeme und waren in einem West- und Ostblock eingebunden
Nach dem "Mauerfall" am 9. November 1989 neigte sich die deutsche Teilung ihrem Ende zu und mündete am 3. Oktober 1990 in die Wiedervereinigung
Nach dem "Mauerfall" am 9. November 1989 neigte sich die deutsche Teilung ihrem Ende zu und mündete am 3. Oktober 1990 in die Wiedervereinigung

Westintegration der BRD

Die BRD orientierte sich unter Bundeskanzler Konrad Adenauer [Biographie] schnell an der Politik des Westens. Die USA traten als Schutzmacht der BRD auf. Durch die Währungsreform und den Marshallplan verbesserten sich die Lebensbedingungen, die in den 1950er Jahren zum Wirtschaftswunder führten. Die Wiederbewaffnung, der Beitritt zur  NATO, die Gründung der EGKS und EWG banden die BRD eng an die westliche Staatenwelt1. Den ganzen Artikel über die Westintegration gibt es hier.

DDR als sozialistischer Staat

Im Jahr 1949 gründete die sowjetische Besatzung im östlichen Teil Deutschlands die DDR. Nach Vorbild der Sowjetunion und anderen Staaten im Ostblock wurde der Sozialismus zur offiziellen Staatsform der DDR. Er war der Gegensatz zum Kapitalismus des Westens. Die Wirtschaft wurde vom Staat zentral organisiert und ländlicher Boden enteignet. Mit der SED etablierte sich eine Partei, die alle Forderungen der Sowjetunion befolgte und bis 1990 die staatstragende Macht der DDR blieb2. Hier geht es zum Artikel über die Geschichte der DDR.

Verschiedene Wirtschaftssysteme

BRD und DDR unterschieden sich neben ihrer Politik auch in ihren Wirtschaftssystemen. In der BRD gab es den freien Markt, der sich durch Angebot und Nachfrage der Unternehmer selbst steuerte. Um den sozial benachteiligten Menschen ein menschenwürdiges Leben zu gewährleisten führte Wirtschaftsminister Ludwig Erhard die Soziale Marktwirtschaft ein. In der DDR organisierte der Staat seine Wirtschaft mit den 5-Jahresplänen selbst. Als Gegensatz zum Kapitalismus im Westen sollte dadurch die Schere zwischen Arm und Reich verhindert werden. Die Planwirtschaft war also Programm des Sozialismus3. Hier geht es zum Artikel über die Wirtschaft der BRD und DDR.

Ost-West-Konflikt

Beide deutsche Teilstaaten waren von dem Ost-West-Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion geprägt. Durch die Containment-Politik und Truman-Doktrin wollten die USA den Einfluss der Sowjetunion über Europa eindämmen. Die BRD erkannte die DDR aufgrund des Alleinvertretungsanspruch nicht an. Dazu waren sie durch die NATO und den Warschauer Pakt in verschiedene Machtblöcke eingebunden. Mit dem Berliner Mauerbau 1961 wurde die Grenze zwischen Ost und West schließlich zementiert4. Mehr Informationen zum Ost-West-Konflikt gibt es hier.

Entspannungspolitik

Zu Beginn der 1970er Jahre bahnte sich eine kurze Entspannungsphase zwischen Ost und West an. Unter Bundeskanzler Willy Brandt verfolgte die BRD mit der Neuen Ostpolitik eine allmähliche Annäherung zur DDR. Reisegesetze zwischen beiden Staaten sollten verbessert werden. Mit dem Schlagwort „Wandel durch Annäherung“ versuchte die BRD gutnachbarliche Beziehungen zu pflegen und die Idee einer Wiedervereinigung am Leben zu erhalten. Die Deutsche Frage gewann wieder an Bedeutung5. Den ganzen Artikel über die Entspannungspolitik gibt es hier.

Wiedervereinigung

In den 1980er Jahren geriet die Sowjetunion in finanzielle Not. Der neue Staatschef Gorbatschow führte mit Perestroika und Glasnost Reformen ein, durch die sich einige Staaten im Ostblock von deren Vormundschaft lösten. Die DDR hielt unter Erich Honecker noch lange am alten System fest. Am 9. November 1989 erreichten die bürgerlichen Proteste schließlich die Öffnung der Grenze zur BRD. Vertragliche Regelungen unter Bundeskanzler Helmut Kohl führten am 3. Oktober 1990 zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. Damit wurde die Teilung Deutschlands und der Ost-West-Konflikt beigelegt6. Hier geht es zum Artikel der Wiedervereinigung.

» Hier geht es zur Quellensammlung

  1. 1. http://www.wissen.de/konrad-adenauer-der-erste-bundeskanzler
  2. 2. Informationen zur politischen Bildung: Geschichte der DDR. 2011. S. 19ff
  3. 3. Ebd. S. 21-23
  4. 4. https://www.berlin.de/mauer/geschichte/bau-der-mauer/
  5. 5. Blumenwitz, Dieter: Denk ich an Deutschland. Antworten auf die Deutsche Frage. München 1989. S. 101
  6. 6. Informationen zur politischen Bildung: Der Weg zur Einheit. Überarbeitete Neuauflage. 2009. S. 33ff

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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