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Themenkomplex · 1815 – 1848

Restauration und Vormärz

  • 7 Kapitel
  • 25 Begriffe
  • 27 Quellen
  • 6 Lernspiele
Restauration und Vormärz
Bild 1: Potrait von Fürst Metternich, Gemälde von Thomas Lawrence (1815), Lizenz: Gemeinfrei

Das frühe 19. Jahrhundert war geprägt von den Nachwirkungen der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen in Europa. Seit dem Wiener Kongress 1815 strebten die europäischen Fürsten eine Restauration der alten Ordnung an. Dem stand ein wachsendes liberales Bürgertum entgegen, das im Vormärz einen deutschen Nationalstaat mit Verfassung forderte.

Fürst von Metternich
Fürst von Metternich, Staatskanzler Österreichs und Symbol der Restauration
Wiener Kongress
Nach Ende der Napoleonischen Kriege regelten Europas Monarchen auf dem Wiener Kongress (1814/15) die Neuordnung Europas
Deutscher Bund Karte
Deutscher Bund (1815-1866)

Napoleonische Kriege

Seit 1792 befand sich das revolutionäre Frankreich im Krieg gegen mehrere europäische Großmächte [Koalitionskriege]. Durch die militärischen Erfolge übernahm Frankreich – unter Führung Napoleon Bonapartes – im frühen 19. Jahrhundert die Vorherrschaft in Europa. Der deutschsprachige Raum wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss territorial verändert. Napoleon sorgte für die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches. Zahlreiche deutsche Staaten traten in den Rheinbund ein. Dort wurden sie grundlegend modernisiert und verpflichteten sich zu militärischem Beistand. Nach dem verlustreichen Russlandfeldzug befand sich Napoleon auf dem Rückzug. Die Befreiungskriege [1813-1815] beendeten schließlich die französische Fremdherrschaft in Europa.1

Reichsdeputationshauptschluss

Unter Druck Napoleons war im Jahr 1803 der Reichsdeputationshauptschluss verabschiedet worden. Dieser sorgte für eine territoriale „Flurbereinigung“ im Heiligen Römischen Reich. Die über 300 Klein- und Mittelstaaten wurden zu größeren staatlichen Einheiten zusammengelegt [Mediatisierung]. Geistliche Staaten wurden ganz abgeschafft und einem anderen Territorium einverleibt bzw. säkularisiert. Von diesen Gebietsvergrößerungen konnten vor allem die süddeutschen Staaten Baden, Württemberg und Bayern profitieren. Napoleon wollte sie leistungsfähiger machen und als „Bollwerk“ gegen seine konkurrierende Großmacht Österreich nutzen.

Wiener Kongress

Nach Napoleons Sturz versammelten sich 1814/15 die europäischen Fürsten auf dem Wiener Kongress. Dort ging es um eine friedliche Neuordnung Europas. Es wurden neue Grenzen gezogen und ein Gleichgewicht unter den Großmächten – eine Pentarchie – hergestellt. Die Verhandlungspartner einigten sich auf die Prinzipien der Restauration, Legitimität und Solidarität. Die Monarchen Preußens, Österreichs und Russlands verpflichteten sich in der Heiligen Allianz zum gemeinsamen Vorgehen gegen liberale und nationale Bewegungen. Die alte Ordnung sollte so weit wie möglich wiederhergestellt werden.2

Deutscher Bund

Eine besondere Bedeutung kam auf dem Wiener Kongress dem deutschsprachigen Raum zu [Deutsche Frage]. Napoleons territoriale Veränderungen waren nicht mehr rückgängig zu machen. Um das friedliche Gleichgewicht in Europa zu gewährleisten, einigten sich die Fürsten auf die Gründung des Deutschen Bundes. Dieser bestand als lockerer Staatenbund aus zunächst 34 souveränen Staaten und vier freien Städten. Auf eine gesamtstaatliche Verfassung und Zentralregierung wurde verzichtet. Der Deutsche Bund sollte als „Puffer“ für die innere und äußere Sicherheit Europas sorgen. Die Wünsche des Bürgertums nach einem deutschen Nationalstaat und Freiheitsrechten blieben unerfüllt.3

Vormärz

Napoleons Vorherrschaft hatte im deutschsprachigen Raum deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem das Bürgertum begrüßte seine liberalen Reformen. Darüber hinaus hatten die Befreiungskriege ein deutsches Nationalbewusstsein entstehen lassen. Als Protest gegen die Restauration gründeten Studenten seit 1815 Burschenschaften. Auf dem Wartburgfest 1817 kam es zur ersten politischen Massenkundgebung. Die Fürsten reagierten auf die liberalen und nationalen Bewegungen mit den Karlsbader Beschlüssen. Weitere „Etappen“ des Vormärz waren das Hambacher Fest, der Frankfurter Wachensturm und der Protest der Göttinger Sieben. Die Zeit des Vormärz mündete 1848 im Ausbruch der deutschen Revolution.4

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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