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Themenkomplex · 19. Jhd.

Industrielle Revolution

  • 7 Kapitel
  • 6 Begriffe
  • 22 Quellen
  • 6 Lernspiele
Industrielle Revolution
Bild 1: Maschinenbau-Anstalt in Berlin, Gemälde von Eduard Karl Biermann (1847), Lizenz: Gemeinfrei

Die Industrielle Revolution leitete im 19. Jahrhundert einen historischen Wendepunkt ein. Technische Erfindungen – wie die Dampfmaschine, Eisenbahn oder Elektrotechnik – veränderten die Arbeitswelt und ermöglichten einen enormen wirtschaftlichen Entwicklungsschub. Sie sorgten zugleich für den Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft.

Die Industrialisierung sorgte im 19. Jahrhundert für einen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsschub
Die Industrialisierung sorgte im 19. Jahrhundert für einen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsschub
Skizze der Spinnmaschine
Technische Erfindungen - wie die Spinnmaschine - ermöglichten den Aufschwung der Textilindustrie
Industrialisierung, Arbeitsbedingungen in Fabriken
Die Industrialisierung war geprägt von schlechten Arbeitsbedingungen und führte zur "sozialen Frage"
Mindmap Industrielle Revolution Fortschritt für alle
Mindmap zum Thema "Industrielle Revolution - ein Fortschritt für alle?" (von Fabio Schwabe)

Ursachen der Industriellen Revolution

In England startete die „Erste Industrielle Revolution“ bereits um das Jahr 1780. England verfügte als Insel über viele Hafenstädte, ein effizientes Kanalsystem und Binnenmarkt. Als damals vorherrschende Weltmacht konnte es durch den Überseehandel billig Rohstoffe importieren. Die Modernisierung der Landwirtschaft sorgte für ein schnelles Bevölkerungswachstum. Dies setzte neue Arbeitskräfte frei, die in der wachsenden Industrie eingesetzt werden konnten. Im deutschsprachigen Raum setzte seit 1830 die „Zweite Industrielle Revolution“ ein. Diese wurde durch die in den Preußischen Reformen 1807 verankerte Bauernbefreiung und Gewerbefreiheit begünstigt. Der 1834 gegründete Deutsche Zollverein bewirkte ein wirtschaftliches Zusammenwachsen der deutschen Klein- und Mittelstaaten.1

Technische Erfindungen

Die „Erste Industrielle Revolution“ in England brachte die Entwicklung der Dampfmaschine hervor. Sie konnte mithilfe des Kohleabbaus betrieben werden. Die Dampfmaschine sorgte für eine gesteigerte Produktivität. Mit ihrer Technik wurden auch der mechanische Webstuhl und die Spinnmaschine betrieben. Die Textilindustrie entwickelte sich zum Kern der englischen Wirtschaft. In der seit 1830 ausgehenden „Zweiten Industriellen Revolution“ stand der Eisenbahnbau im Mittelpunkt. Er wurde zum „Motor“ des Wirtschaftswachstums und beschleunigte den Transport von Post, Personen und Gütern. Die Schwerindustrie entwickelte sich zum Zentrum der deutschen Wirtschaft. In den rasant wachsenden Fabriken konnten Güter mithilfe des Fließbandes massenhaft produziert werden. Hier geht es zu den Erfindungen der Industriellen Revolution.2

Gesellschaftlicher Wandel

Der technische und wirtschaftliche Fortschritt veränderte auch die Gesellschaftsstruktur. Es kam zum Wandel von der Agrar– zur Industriegesellschaft. Durch die politischen Reformen in Preußen – Bauernbefreiung, Lockerung der Zunftschranken, Gewerbefreiheit – zogen vor allem Kleinbauern und Landarbeiter in die Städte. Die traditionellen Schranken der Ständegesellschaft fielen weg. Mit der Arbeiterschaft wuchs eine neue Gesellschaftsklasse heran. Das Bürgertum stieg in der Gesellschaftshierarchie nach oben auf, da es über Kapital, Fabriken und Maschinen verfügte. Nicht mehr allein die Abstammung, sondern auch Leistung und Vermögen wurden ausschlaggebend für sozialen Aufstieg.3

Soziale Frage

Die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert brachte mit der Arbeiterschaft auch einen Verlierer hervor. Insofern handelte es sich nicht um einen „Fortschritt für alle„. Infolge der politischen Reformen waren immer mehr Menschen vom Land in die Städte gezogen, um in den Fabriken für Lohn zu arbeiten. In den Städten lebten die Arbeiterfamilien jedoch unter miserablen Bedingungen. Hinzu kam, dass die bürgerlichen Fabrikbesitzer ihre Arbeiter mit Billiglöhnen ausbeuteten. Aufgrund des geringen Einkommens mussten sich oftmals auch Frauen und Kinder an der Heimarbeit beteiligen. Eine Arbeits- und Sozialversicherung gab es noch nicht. Dieses Phänomen der Massenarmut wird als Pauperismus bezeichnet. Für die soziale Frage wurden infolgedessen verschiedene Lösungsansätze entwickelt.

Marxismus, Sozialismus & Kommunismus

Im Jahr 1848 veröffentlichten die Philosophen Karl Marx und Friedrich Engels das „Manifest der Kommunistischen Partei“ . Darin schilderten sie ihre Idee einer neuen Gesellschaftstheorie, in der soziale Gleichheit existieren solle. Marx und Engels bemängelten die Ausbeutung der Arbeiterschaft durch die wohlhabenden Unternehmer. Ihrer Ansicht nach existiere ein Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Infolge des Historischen Materialismus werde die Arbeiterschaft langfristig immer größer, sodass sie sich durch eine Revolution befreien und die politische Herrschaft übernehmen müsse. Ziel war die Herstellung einer klassenlosen Gesellschaft. Hier geht es zur Theorie des Sozialismus und Kommunismus.4

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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