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Themenkomplex · 1500 – 1800

Frühe Neuzeit

  • 12 Kapitel
  • 3 Lernspiele
Frühe Neuzeit
Bild 1: Christoph Kolumbus, Autor: Elisée Reclus, Datum unbekannt, Lizenz: Gemeinfrei

Der Beginn der europäischen Frühen Neuzeit wird in der Geschichtsschreibung meist um das Jahr 1500 datiert. Als wichtige Ereignisse dafür gelten die „Entdeckung“ Amerikas und das Ende der Reconquista 1492, die Erfindung des Buchdrucks und die Reformation im Jahr 1517. Gleichzeitig entwickelten sich mit dem Renaissance-Humanismus neue geistige Strömungen, die das Denken der Menschen radikal veränderten. Diese Geschehnisse leiteten einen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Epochenumbruch ein, der das Ende des Mittelalters zur Folge hatte.

Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, 1492
Die "Entdeckung" Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492)
Martin Luther
Martin Luther leitete mit seinen 95 Thesen im Jahr 1517 die Reformation ein
Zeitalter der Aufklärung
Das Zeitalter der Aufklärung gilt als Wegbereiter der Moderne

Entdeckung Amerikas & Reconquista

Am Ende des 15. Jahrhunderts mehrten sich die Entdeckungsfahrten spanischer und portugiesischer Seemänner. Spanien hatte die Iberische Halbinsel 1492 infolge der Reconquista erfolgreich von den muslimischen Arabern befreien können. Im selben Jahr wurde der Seefahrer Christoph Kolumbus von der spanischen Krone dazu beauftragt, neue Wege nach Indien und China für Güter wie Seide und Gewürze zu finden. Kolumbus entschied sich für eine Seefahrt nach Westen und landete auf diese Weise auf dem südamerikanischen Kontinent. Damit legte er den Grundstein für die europäische Kolonisation Amerikas.

Renaissance-Humanismus

Im 13. Jahrhundert hatten bereits einige norditalienische Städte mit der Renaissance eine neue Kunst- und Kulturepoche begründet, die antike Literatur, Architektur und Malerei wiederentdecken wollte. Diese lehnten den vorherrschenden christlichen Glauben an das „Jenseits“ ab und setzten den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Forschung. Darüber hinaus schuf der Renaissance-Humanismus die Voraussetzung für den Durchbruch der Naturwissenschaften. Die Naturforscher Galilei und Kopernikus entwarfen das heliozentrische Weltbild und stellten damit das Weltbild der Kirche in den Hintergrund. Diese Ideen wurden später grundlegend für die Reformation und Aufklärung, weil sie ein völlig anderes Denken ermöglichten.

Reformation

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die römisch-katholische Kirche aufgrund Korruption und Ablasshandel stark umstritten. Rufe nach Reformen wurden laut. Den Beginn der Reformation markieren die 95 Thesen des Mönchs Martin Luther am 31. Oktober 1517. Luther setzte sich dafür ein, dass allein die Bibel Grundlage des Glaubens sein solle und lehnte die vorherrschende Macht der Kirche ab. Die schnelle Entwicklung von Luthers Schriften wurde durch die Erfindung des Buchdrucks ermöglicht. Infolgedessen spaltete sich die Kirche in mehrere Konfessionen. Die Staaten des „Heiligen Römischen Reiches“ spalteten sich in zwei Lager: Protestanten und Katholiken. Gleichzeitig kam es zum Ausbruch des Deutschen Bauernkrieges. Die theologischen Streitigkeiten wurden auf dem Augsburger Religionsfrieden 1555 vorübergehend geregelt. Später kamen neue machtpolitischen Konflikte aber wieder auf und mündeten 1618 im Dreißigjährigen Krieg. Dieser Zeitraum religiöser Spannungen wird auch als konfessionelles Zeitalter bezeichnet.

Aufklärung

Die Renaissance, der Humanismus und die Reformation stellten die mittelalterliche Ordnung des Christentums vollkommend auf den Kopf: Gelehrte Menschen hinterfragten immer mehr den Einfluss der Religion auf das politische und gesellschaftliche Leben. Damit wurde um 1700 ein geistiger und politischer Umbruch eingeleitet. Anstelle von Aberglauben traten nun die Forderungen nach Vernunft, Tugend und Freiheit in den Vordergrund. Das Zeitalter der Aufklärung schuf demzufolge die Voraussetzung für die Säkularisierung und Abschaffung der Ständegesellschaft. Die geistigen Ideen wurden 1789 zum entscheidenden Wegbereiter der Französischen Revolution.

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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