Zum Inhalt springen
Kapitel 6 von 9 · Kalter Krieg

Aufstände

Aufstände
Aufstand "Prager Frühling" (1968), Lizenz: Gemeinfrei

Während des Kalten Kriegs kam es in Osteuropa zu einigen Volksaufständen, die sich gegen die sozialistisch-autoritären Regierungen richteten. Bürger fühlten sich vom Staat im Stich gelassen, hatten unter Versorgungsengpässen zu leiden und protestierten gegen die Alleinherrschaft ihrer Regierung. Die berühmtesten Widerstände ereigneten sich in der DDR (1953), in Ungarn (1956) und in der Tschechoslowakei (1968).

Volksaufstand am 17. Juni 1953

Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu einem landesweiten Generalstreik. Die SED hatte 1951 einen Fünfjahresplan entworfen, der die eigene Produktion in Fabriken verdoppeln sollte. Nachdem sich die ursprünglichen Pläne nicht umsetzen ließen, kam es zu gravierenden Lohnsenkungen und zur Erhöhung der Arbeitsnormen. Es fanden zunächst Generalstreiks in mehreren Städten statt, die schließlich in einem Volksaufstand mündeten. Doch Reformen und die Absetzung der Regierung blieben aus. Sowjetische Truppen schlugen den Aufstand gewaltsam nieder und verhafteten einige tausend Menschen1. Hier geht es zum „Volksaufstand“ am 17. Juni 1953.

17. Juni 1953
Am 17. Juni 1953 mündeten Proteste gegen die politische Führung der DDR in einen "Volksaufstand", der von sowjetischen Panzern gewaltsam beendet wurde
Aufstand des Prager Frühlings 1968
Der Aufstand des "Prager Frühlings" (1968) wurde vom sowjetischen Militär blutig niedergeschlagen
Leonid Breschnew, Sowjetunion
Im Jahr 1968 verkündete Sowjetunions Staatschef Leonid Breschnew die "Breschnew-Doktrin". Damit legitimierte er den militärischen Eingriff des sowjetischen Militärs in den Ostblockstaaten

Aufstand in Ungarn

Beim Freiheitskampf in Ungarn erhoben sich 1956 bürgerliche- und studentische Revolutionäre gegen die Regierung der Kommunistischen Partei und gegen die Machtbefugnisse der sowjetischen Besatzung. Begünstigt wurde die Lage durch die Entstalinisierung. Nachdem eine friedliche Großdemonstration von Studenten beschossen wurde, brach ein bewaffneter Kampf aus. Auch Polizisten und Armee gingen zu den Demonstranten über. Das kommunistische Zentralkomitee setzte Imre Nagy als neuen Ministerpräsidenten ein. Er versprach freie Wahlen und ein Mehrparteiensystem. Zudem kündigte er den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt an und sprach sich für die Unabhängigkeit von der Sowjetunion aus2. Die UdSSR verhinderte Nagys Reformpolitik und schlug die Revolution mit Panzerverbänden blutig nieder. Nach einem Strafprozess wurde Nagy hingerichtet.

Prager Frühling 1968

Die Tschechoslowakei hatte in den 1960er Jahren unter einer verheerenden Stagnation der Wirtschaft zu leiden. Kritiken an der sowjetischen Vorherrschaft und der Planwirtschaft wurden lauter. Die Wirtschaftskrise 1963 veranlasste Antonín Novotný dazu, mit Reformen eine sozialistische Marktwirtschaft aufzubauen. Da Novotny aber keine Kredite von westlichen Ländern annehmen wollte, scheiterte seine Reformpolitik. Sein Nachfolger Alexander Dubček bemühte sich um einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Unter anderem sollten bürgerliche Freiheitsrechte eingeführt und der Einfluss der Regierung auf Wirtschaftsprozesse reduziert werden. Da sich aber die Mitgliedsstaaten des Warschauer Pakts und Mitglieder innerhalb der eigenen Partei gegen Reformen aussprachen, waren die parlamentarischen Bemühungen gescheitert3. Leonid Breschnew stimmte dem Einmarsch von Truppen zu und verhinderte damit demokratische Grundrechte in der Tschechoslowakei. Im November 1968 verabschiedete dieser die sogenannte Breschnew-Doktrin, die die Souveränität von sozialistischen Staaten einschränken sollte. Hier geht es zum ganzen Artikel über den Prager Frühling.

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

Themenpaket als PDF

Das Paket zu Kalter Krieg

Zusammenfassung, Basiswissencheck und zwei Übungsklausuren mit Erwartungshorizont. Vier PDFs, ein Download.

7,99 €Zwei Klausuren einzeln kosten 11,98 €.

Bald verfügbar

  • ZusammenfassungKalter Krieggeschichte kompakt.
  • BasiswissencheckKalter Krieggeschichte kompakt.
  • Klausur Sek IKalter Krieggeschichte kompakt.
  • Klausur OberstufeKalter Krieggeschichte kompakt.

Alle Themen auf einmal? Das ALLES-Bundle enthält alle 21 Themenpakete für 34,99 € statt 167,79 € einzeln.

ALLES-Bundle ansehen

Das könnte dich auch interessieren

Verwandte Themen zum Weiterlesen.

Sie unterrichten Kalter Krieg?

Im Lehrer-Abo sind alle Themenpakete und 220 Arbeitsblätter enthalten, anpassbar an Ihre Lerngruppe.