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Kapitel 3 von 5 · Erster Weltkrieg

Ausbruch und Verlauf des Ersten Weltkriegs

Ausbruch und Verlauf des Ersten Weltkriegs
Bild 1: Österreichs Erzherzog Franz Ferdinand, Autor: Karl Pietzner, Lizenz: Gemeinfrei

Die langjährigen Spannungen zwischen den europäischen Großmächten führten im Juli 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Das Deutsche Reich erarbeitete Geheimpläne aus und erhoffte sich rasche Kriegserfolge. Der Erste Weltkrieg entwickelte sich jedoch zu einem Stellungskrieg und war schon im Herbst 1914 nicht mehr zu gewinnen. Er wurde geprägt von neuen Kriegstechniken, die eine bis dahin nie gekannte Opferzahl hervorbrachten.

Franz Ferdinand, Thronfolger Österreichs
Österreichs Thronfolger Franz Ferdinand wurde bei einem Attentat im serbischen Sarajevo 1914 ermordet
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. sprach von einem "Präventivkrieg" und begeisterte die Menschenmassen für den Weltkrieg
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. sprach von einem "Präventivkrieg" und begeisterte die Menschenmassen für den Weltkrieg
Aufgrund der Bündnissysteme kam es im Juli 1914 zu einer Reihe von gegenseitigen Kriegserklärungen
Aufgrund der Bündnissysteme kam es im Juli 1914 zu einer Reihe von gegenseitigen Kriegserklärungen
Karte des Schlieffen-Plans
Der "Schlieffen-Plan" sollte einen schnellen Sieg über Frankreich ermöglichen, um die Westfront zu sichern und an der Ostfront kämpfen zu können
Stellungskrieg im Ersten Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg (1914 - 1918) entwickelte sich schnell zu einem Stellungskrieg, der verlustreich war und kaum nennenswerte Erfolge erbrachte

Burgfrieden

Nach dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 hatte es zwischen den Mittelmächten und Entente eine Reihe von gegenseitigen Kriegserklärungen gegeben [Julikrise]. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. musste sein Volk – politisch, sozial und konfessionell zersplittert – zur Kriegsbereitschaft mobilisieren. Am 4. August 1914 sprach er in seiner Thronrede vom „Burgfrieden“ und „Präventivkrieg“ . Das Deutsche Reich, so propagierte Wilhelm, werde von der Entente „eingekreist“ . Der Krieg wurde infolgedessen als unvermeidbarer Akt der Selbstverteidigung betrachtet. Patriotismus überlagerte alle innenpolitischen Konflikte. Sogar die Sozialdemokraten wurden überzeugt und stimmten im Reichstag den notwendigen Kriegskrediten zu.1

Schlieffen-Plan

Da für das Deutsche Reich die Gefahr eines Zweifrontenkriegs bestand, arbeitete der Generalstab einen Geheimplan – den Schlieffen-Plan – aus. Die Idee geht auf Alfred Graf von Schlieffen zurück. Im Falle eines Kriegsausbruchs sollte an der Westfront ein Blitzkrieg gegen Frankreich geführt werden, um anschließend mehr Truppen gegen Russland aufstellen zu können. Das deutsche Militär sollte über das neutrale Belgien nach Frankreich einmarschieren, um französische Festungen zu umgehen. Der Generalstab hoffte auch darauf, dass sich Großbritannien aus den Kriegshandlungen fernhalten werde.2

Kriegsverlauf

Im August 1914 marschierten deutsche Truppen in Belgien und Luxemburg ein. Der Vormarsch wurde anschließend durch französische Truppen in der Marneschlacht gestoppt. Die Gefechte entwickelten sich nun zu einem Stellungs- und Grabenkrieg, der kaum noch zu gewinnen war. An der Ostfront erzielten die deutschen Truppen in der Schlacht bei Tannenberg einige Erfolge. Im Kriegsjahr 1915 setzten die Soldaten erstmals Giftgas ein. Seit 1916 entstand eine von Hindenburg und Ludendorff geführte Militärdiktatur. Erneute Durchbruchsversuche an der Westfront scheiterten in den Schlachten bei Verdun und an der Somme. Einen Wendepunkt markierte das Jahr 1917, als das Deutsche Reich einen uneingeschränkten U-Boot-Krieg führte und damit den Kriegseintritt der USA provozierte. Die Entente verfügte nun über ein strategisches Übergewicht gegenüber den Mittelmächten. Im selben Jahr brach in Russland die Oktoberrevolution aus, die den gleichzeitigen Kriegsaustritt zur Folge hatte.3

Kriegsende

Das Deutsche Reich begrüßte die Oktoberrevolution in Russland, weil es sich dadurch Gebietsgewinne erhoffte. Im März 1918 wurde mit der neuen russischen Regierung unter Lenin der Frieden von Brest-Litowsk ausgehandelt. An der Westfront scheiterten die letzten Angriffsversuche gegen französische und britische Truppen. Im Herbst 1918 übergaben Hindenburg und Ludendorff den Sozialdemokraten die Regierungsgeschäfte. Infolge der Oktoberreformen wurde das Deutsche Reich kurzzeitig eine parlamentarische Monarchie. Mit dem Waffenstillstand von Compiegne endete der Erste Weltkrieg. Hier geht es zu den Folgen.4

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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