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Kapitel 2 von 5 · Deutsche Revolution 1848/49

Konterrevolution

Konterrevolution
Bild 1: Barrikadenbau der Revolutionäre in Wien, Mai 1848, Autor: Josef Heicke, Lizenz: Gemeinfrei

Im Herbst 1848 kam es zu einem Wendepunkt in der Revolution 1848/49. Die Großmächte Preußen und Österreich gewannen mithilfe ihrer Militärs die Kontrolle über das politische Geschehen zurück. Nun zeichnete sich eine Machtverlagerung ab, die den Anfang vom Ende der Revolution 1848/49 einleitete.

Barrikadenkämpfe 1848
In Österreich gewannen die kaiserlichen Truppen seit Herbst 1848 die Kontrolle über die Revolution zurück
Preußen Auflösung Nationalversammlung
Im November 1848 ließ Preußens König Friedrich Wilhelm IV. die preußische Nationalversammlung durch Waffengewalt auflösen
Konterrevolution 1848
Durch die Konterrevolution 1848 konnten die deutschen Fürsten ihre versprochenen Reformen wieder zurücknehmen und ließen die Revolution scheitern

Gegenrevolution in Österreich

In Österreich setzten sich Aufständische am 6. Oktober 1848 erfolgreich gegen die kaiserlichen Truppen in Wien durch. Einen Tag später flohen Kaiser und Hof nach Olmütz, um dort eine Gegenrevolution vorzubereiten. Am 28. Oktober starteten die kaiserlichen Truppen des Feldmarschalls Windischgrätz mit der Rückeroberung der Hauptstadt. Am 31. Oktober befand sich Wien vollständig unter kaiserlicher Kontrolle. Österreich blieb als absolutistischer Vielvölkerstaat bestehen. Bei den anschließenden Hinrichtungen wurde auch Robert Blum – trotz parlamentarischer Immunität in der Frankfurter Nationalversammlung – erschossen.1

Gegenrevolution in Preußen

Die Rückeroberung Wiens motivierte nun auch den preußischen Königshof zur Gegenrevolution. Am 10. November 1848 marschierten preußische Truppen unter Führung Generals von Wrangel in Berlin ein. Diese ließen die revolutionären Bürgerwehren ohne Widerstand entwaffnen. Am 5. Dezember löste König Friedrich Wilhelm IV. die preußische Nationalversammlung unter Waffengewalt auf. Noch am selben Tag erließ er eine oktroyierte Verfassung. Damit nahm er seine im März gemachten Zugeständnisse wieder zurück.2

Folgen

Die Gegenrevolutionen in Preußen und Österreich beeinflussten den weiteren Verlauf der Revolution 1848/49. Die Revolutionäre verloren mit den beiden Großmächten ihre wichtigsten Stützen. Unabhängig davon tagte die Nationalversammlung in Frankfurt weiter und verhandelte über einen zukünftigen deutschen Nationalstaat. Da diese jedoch über keine militärischen Machtmittel verfügte, blieben ihre Entscheidungen wirkungslos. Nachdem Preußens König Friedrich Wilhelm IV. am 3. April 1849 die ihm angebotene Kaiserkrone ablehnte, war die Revolution 1848/49 endgültig gescheitert.3

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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