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Kapitel 3 von 4 · Nachkriegszeit

Eiserner Vorhang

Eiserner Vorhang
Karte Militärische Zusammenschlüsse im Kalter Krieg, Autor: San Jose, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Als „Eiserner Vorhang“ werden die politischen Machtverhältnisse in Europa zwischen 1947 und 1990 bezeichnet. In dieser Zeit ragten die USA und Sowjetunion als Supermächte hervor und teilten die Welt in zwei Lager auf. Es herrschte ein Ost/West-Konflikt mit grundlegenden Systemunterschieden. Auch Deutschland war seit 1949 in zwei Teilstaaten getrennt.

Begriffsherkunft

Der Begriff „Eiserner Vorhang“ geht auf den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill zurück. Dieser verwendete die Formulierung auf einer im März 1946 gehaltenen Rede in den USA. Anlass für diese Rede war der sich seit der Potsdamer Konferenz zuspitzende Ost/West-Konflikt zwischen den Westmächten und der Sowjetunion. Churchill betrachtete die sowjetische Expansion in Mittel- und Osteuropa mit großer Skepsis. Eine gemeinsame Besatzungspolitik rückte aufgrund der Systemunterschiede zwischen den USA und der Sowjetunion in weite Ferne.1

Verlauf

Der von Churchill prophezeite „Eiserne Vorhang“ nahm seit 1947 sichtbare Konturen an. Mit der Truman-Doktrin betrieben die USA eine Eindämmungspolitik [Containment] gegen die sowjetische Expansion in der Welt. Im Jahr 1948 unterstützten sie Europa mit dem Marshallplan, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau zu fördern. Die Sowjetunion nahm dieses Hilfsprogramm nicht an und zwang auch ihre Satellitenstaaten zur Ablehnung. Im selben Jahr führten die Westmächte in der Trizone eine Währungsreform durch. Als Reaktion darauf errichtete die Sowjetunion die Berlin-Blockade. Auf der Londoner Sechsmächtekonferenz bereiteten die Westmächte die Gründung eines westdeutschen Staates vor.2

Winston Churchill, britischer Premierminister
Der britische Premierminister Winston Churchill ahnte den Ost/West-Konflikt voraus und prägte den Begriff des "Eisernen Vorhangs", der die Welt in zwei Blöcke aufteilen werde
Eiserner Vorhang Karte
Entlang der deutsch-deutschen Grenze verlief der sogenannte "Eiserner Vorhang"
Grenze zwischen Westberlin und Ostberlin
Die Grenze zwischen West- und Ostberlin: Symbolischer Mittelpunkt des Kalten Kriegs

Folgen

Die gegensätzlichen politischen Ziele und Ideologien der USA und Sowjetunion führten 1949 zur deutsch-deutschen Teilung. Mitten durch Deutschland errichteten sie einen „Eisernen Vorhang“, der die Welt bis 1989/90 in zwei Machtblöcke aufteilte. Es entstanden eine bipolare Weltordnung und ein Kalter Krieg zwischen den beiden Supermächten. Die BRD und DDR wurden politisch und wirtschaftlich in ihre jeweilige Einflusssphäre eingebunden. Die hohe Abwanderungswelle nach Westdeutschland (und Westberlin) veranlasste die Sowjetunion im August 1961 zum Bau der Berliner Mauer, die den „Eisernen Vorhang“ symbolisch zementierte.3

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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