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Kapitel 4 von 14 · Antike

Peloponnesischer Krieg

Peloponnesischer Krieg

Nach den Perserkriegen ernannte sich Athen zur Schutzmacht der befreiten griechischen Städte. Mit der Gründung des Attischen Seebundes nahm es zunehmend den Charakter einer Großmacht an. Die Mitglieder dieses Bündnisses mussten die Athener mit Schiffen und Geld unterstützen, während ihnen Sicherheit vor persischen Übergriffen gewährt wurde. Damit geriet die griechische Welt in einen inneren Konflikt, der zwischen den Großmächten Athen und Sparta geführt wurde.

Pentekontaetie

Die Friedenszeit zwischen 479 und 431 v. Chr. wird Pentekontaetie genannt. Seit der Schlacht von Salamis lag Athens Macht auf dem Meer. Einige schutzbedürftige Inseln im westlichen Kleinasien wendeten sich an Athen, um vor den Persern sicher zu sein. Es entbrannte ein Konflikt um die Vorherrschaft in Griechenland. Während die Athener den Attischen Seebund gründeten, schufen die Spartaner im Peloponnesischen Bund ein eigenes Bündnissystem. Beide Mächte lebten sich in der Folgezeit auseinander. Die kleineren Städte mussten auf eigene Außenpolitik verzichten und waren an eines der beiden Systeme gebunden1.

„Erster Peloponnesischer Krieg“

Die Bündnissysteme wurden zum Instrument einer expansiven Außenpolitik. Athen und Sparta wollten möglichst viele Staaten gewinnen, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Mit dem Attischen Seebund besaßen die Athener fast alle Küsten der Ägäis. Die Spartaner kontrollierten die Küsten der Peloponnes, Böotiens und ein Teil Makedoniens. 461 v. Chr. eskalierte der Konflikt. In Mittelgriechenland gab es militärische Kämpfe in Böotien, bei denen sich Athen und Sparta erstmals militärisch gegenüberstanden. 446 v. Chr. schlossen beide Parteien einen Dreißigjährigen Frieden2.

Peloponnesischer Krieg

Das Friedensabkommen von 446 v. Chr. hielt nicht lange. 431 v. Chr. brach der Peloponnesische Krieg aus. Gründe dafür waren die Einmischung Athens und Spartas in die Angelegenheiten griechischer Städte, die teilweise mit dem Konkurrenten verbündet waren oder übertreten wollten. Die korinthische Kolonie Potidea versuchte mit spartanischer Hilfe aus dem Attischen Seebund auszutreten. Dann boykottierten die Athener den Handel gegen Megara, das ein Mitglied des Peloponnesischen Bundes war. Korinth und Megara forderten ihre Großmacht Sparta schließlich auf, den Krieg zu beginnen. Mit dem Überfall Thebens auf Plataiai erfasste der Konflikt den ganzen Ägäisraum. Athen wurde im ersten Kriegsjahr vom Ausbruch einer Pest geschwächt. 415 v. Chr. startete Athen eine Expedition, die die Insel Sizilien tributpflichtig machen sollte. Dieser Plan scheiterte. Letztlich gingen die Perser ein Bündnis mit Sparta ein, da diese hofften, Athens Niederlage für eine weitere Expansion über die ionischen Städte ausnutzen zu können. Unter der Führung des spartanischen Feldherrn Lysander musste Athen 404 v. Chr. kapitulieren3.

Folgen

Athens Niederlage beendete deren Epoche als Großmacht. Unter Druck Spartas musste es den Attischen Seebund auflösen. Zudem setzten die Spartaner 404 v. Chr. in Athen die Oligarchie der Dreißig ein. Sie bestand allerdings nur ein Jahr, bis die Athener die Demokratie wiederherstellen konnten. In der Folgezeit wurde die griechische Staatenwelt unübersichtlich. In der Mitte des 4. Jhd. v. Chr. stieg mit Makedonien eine neue Großmacht auf, die durch die Eroberungen des Feldherrn Alexanders die griechische Kultur und Sprache bis zum indischen Subkontinent verbreiten konnte. Die Epoche des Hellenismus begann.

Von Fabio Schwabe, Mitgründer von Geschichte kompakt und Gymnasiallehrer für Geschichte. Die Quellen stehen in den Fußnoten.

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