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Lexikon · Restauration und Vormärz

Demagogenverfolgung

Demagogenverfolgung
Bild 1: Portrait von August von Kotzebue, Autor: unbekannt, Lizenz: Gemeinfrei
Zeit
1819-1830
Thema
Restauration und Vormärz

Nach dem Wiener Kongress 1814/15 verbündeten sich die herrschenden Fürsten im Kampf gegen nationale und liberale Bewegungen. Vor allem bürgerliche Professoren und Studenten forderten zunehmend Freiheitsrechte und die Gründung eines deutschen Nationalstaates. Als Reaktion kam es infolge der Karlsbader Beschlüsse im Deutschen Bund zu drastischen Maßnahmen, zu denen auch die Demagogenverfolgung gehörte.

Ursachen

Nach dem Ende der napoleonischen Vorherrschaft über Europa einigten sich die herrschenden Fürsten beim Wiener Kongress auf eine Politik der Restauration. In der Heiligen Allianz solidarisierten sie sich und versuchten nationale und liberale Forderungen des Bürgertums zu unterdrücken. Die Ermordung des antiliberalen Schriftstellers August von Kotzebue durch den Burschenschaftler Karl Ludwig Sand gab den Fürsten um Österreichs Staatskanzler Metternich Anlass zur Reaktion. Im Jahr 1819 wurden infolge der Karlsbader Beschlüsse Burschenschaften verboten, die Presse zensiert, Universitäten beobachtet und verdächtige Professoren – sogenannte Demagogen – verfolgt bzw. aus ihren Ämtern entlassen.1

August von Kotzebue
Auf die Ermordung des Schriftstellers August von Kotzebue (1819) reagierten die Fürsten mit den Karlsbader Beschlüssen
Hinrichtung von Karl Ludwig Sand
Am 20. Mai 1820 wurde Karl Ludwig Sand, Mörder August von Kotzebues, hingerichtet

Demagogenverfolgung

Nach Inkrafttreten der Karlsbader Beschlüsse wurde in Mainz eine zentrale Untersuchungskommission eingerichtet, die die universitäre Arbeit von Professoren beobachten und verfolgen sollte. Aufgrund der Pressezensur und des Verbots der Burschenschaften zogen sich viele Aktivisten aus der politischen Öffentlichkeit zurück. Die Wirkung der harten Repressionsmaßnahmen hielt bis zum Jahr 1830 an. Danach gewann die nationale und liberale Bewegung wieder an Bedeutung.2

Folgen

Nach der Julirevolution in Frankreich 1830 wurde eine Unterdrückung der nationalen und liberalen Forderungen für die Fürsten immer schwieriger. Auf dem Hambacher Fest 1832 versammelten sich erstmals ca. 30.000 Menschen zu einer großen Massenkundgebung. Die politische Aufbruchsstimmung des Vormärz stellte das reaktionäre „System Metternich“ zunehmend in Frage. In der Revolution 1848/49 mussten sich die Fürsten schließlich dem Druck bürgerlicher Proteste beugen und ihnen bestimmte politische Rechte zusichern.3

Verwandte Begriffe

Im Zusammenhang verstehen

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